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Schaukelpferde

veröffentlicht um 15.06.2016, 05:26 von Kai Festersen
06.06.16 - Kai Festersen: oder flächendeckende projektion von piranesi, imaginery carcer
Kai Festersen: übrigens genau die zeit
Kai Festersen: gern auch gemalt, sepia
Kai Festersen: als "unübersichtliche welt"
Beate Zoff: Heute denkt man Escher...
Kai Festersen: es gibt von piranesi ein so bild wie später von 
escher, das finde ich grad nicht
Beate Zoff: Aber irgendwie verstehe ich das nicht ganz.
Bei Orgon zu Hause ist es doch klein, privat und gar nicht unübersichtlich.
Kai Festersen: eben
Kai Festersen: sie retten sich in die kleine welt
Beate Zoff: 🤔
Kai Festersen: hab das noch nicht zu ende gedacht... kommt von meiner komischen 
wendeltreppe aus der luft
Kai Festersen: ich mache erst mal die striche fertig... ;-)
Kai Festersen: dann weiss ich es
Beate Zoff: Gut. Dann bewege ich das mal in meinem Herzen und ziehe weiter den Chorherren Hosen an.

12.06.16, 08:44 - Kai Festersen: Ich neige statt des Frühstücks am 
Anfang zu Hochzeitsvorbereitungen
Kai Festersen: Also natürlich vor allem das gigantische Kleid anprobieren
Kai Festersen: Vielleicht werden Geschenke mit Sackkarre gebracht
Kai Festersen: Quasi Polterabend
Kai Festersen: Gibt da die Bildwelt noch was her ausser der Braut auf einem 
Stuhl und der Braut(Stief)Mutter mit Nadeln im Mund beim Abstecken?
Kai Festersen: Das Brautkleid wäre die Wiederkehr des weissen / Eierschalen 
- farbenen Gesamtbildes
Beate Zoff: Brautkleid im Raffaello- Style finde ich gut.
Opulenter Operettenbeginn, der die verwöhnte Gesellschaft hoch 
oben ansiedelt und dann der tiefe Fall. Ähnliche Wirkung wie Frühstück- nur dass 
wir hinterher keinen Tisch im Wege stehen haben.
Beschäftigt Dich die Piranesi- Richtung noch?
Kai Festersen: Bitte nicht "verwöhnt" denken, das setzt eine Wertung... Rest, wenn ich es noch mal lesen konnte... ;-)

13.06.16 - Kai Festersen: Noch eine Schnaps - Idee, die ich nur schicke, um sie 
selber nicht zu vergessen:
Kai Festersen: In den acht grossen Geschenkkartons für die Hochzeit sind überall 
(verschieden grosse) Goldene Kälber drin - wie Kinderspielzeug - Holzpferde
Kai Festersen: Geiles Bild, gib es zu!
Kai Festersen: Die Schaukelpferde / -kälber sind super! Orgon kann über sie 
stolpern, ihm ist das zu viel, da wäre der Piranesi drin
Kai Festersen: Tartuffe als Schlachter des Goldenen Kalbs
Kai Festersen: Damis setzt sich eine goldene Kalbsmaske auf und versteckt sich so
Kai Festersen: Man kann drauf sitzen
Kai Festersen: Natürlich mit Schweif und diesen Zotteln am Hals, aber sonst 
Jeff Koons
Kai Festersen: Designerstück und Spielzeug und überflüssig und schön 
und bespielbar..
Kai Festersen: Dekadent
Kai Festersen: Und Unmengen von den Verpackungsplastedingern (Brandschutz?), 
die am Ende mit dem Laubgebläse weggeblasen werden
Kai Festersen: Hat auch was von der Unicorn -Bewegung
Beate Zoff: Schönes Bild auf jeden Fall, die Kälberherde!
Knietief im Verpackungsplastikmüll. 

Die Frage ist, ob man das goldene Kalb als Symbol in der Vervielfältigung 
noch versteht.
Und der Tisch erübrigt sich dann, weil wir die Kisten haben?
Das sind alles toll bespielbare Elemente, 
aber die Bühne ist natürlich voll...
Und ein schöner Kontrast- Plastikfolie und Raffaello-Kleider...
Ich lasse das mal sacken bis morgen.
Kai Festersen: tisch... könnte dann eine der verpackungen sein
Kai Festersen: so voll darf es nicht werden...
Kai Festersen: und ich meinte nicht plastefolie,sondern diese styropor-flocken
Kai Festersen: wird nur alles etwas moderner / more crazy ...
Kai Festersen: auch gut für den anfang: die fummeln an den hochzeitsvorbereitungen 
rum und deswegen ist pernelle beleidigt
Kai Festersen: und wenn orgon zurückkommt wollen sie es verstecken, 
aber schaffen nicht alles
Kai Festersen: das wird alles viel konkreter
Beate Zoff: Das moderne finde ich super.
Styroporflocken - der Kokosraspelschnee vom Raffaello.
Kai Festersen: ich glaub, das ist wirklich eine gute idee, es erzählt was, 
bringt szenisches material, hilft der hauptstory... (das ist nämlich die 
liebesgeschichte eigentlich, die zum stocken kommt, eben wie immer bei moliere...)
Beate Zoff: Das schafft gleich die Gemeinschaft der "Guten"- das gemeinsame 
halblegale Vorbereiten..
Kai Festersen: man kommt raus aus diesem textaufsage-theater, weil es 
einfach konkrete anlässe setzt, die man sonst gar nicht erzählen kann, 
jedenfalls nicht klar genug
Kai Festersen: man glotzt immer gebannt auf dieses tartuffe-gedöns ...
Kai Festersen: und den machen wir richtig zum armen mann, der immer staunt, 
dass das funktioniert, was er da in der not erfindet
Kai Festersen: ist übrigens wissenschaftlich gedeckt - die unsicherheit der 
adeligen kaste nach dem fronde-aufstand soll im orgon drinstecken
Kai Festersen: also der klammert sich an den strohhalm der letzten gewißheit
Kai Festersen: hat schon was davon - orgon redet sich (und damit tartuffe) 
die richtigkeit ein
Kai Festersen: die wichtigste szene ist die zwishçhen orgon / damis / tartuffe
Kai Festersen: da will tartuffe WIRKLICH aussteigen, und orgon lässt ihn nicht 
aus dem lügengebäude raus
Kai Festersen: im moment grüble ich noch über das phänomen, dass die freundin von 
damis nie auftaucht
Kai Festersen: vermute mal, die schauspielerin war krank, als er das 
geschrieben hat
Kai Festersen: oder er hatte sich mit ihr verkracht
Kai Festersen: ich tippe, dass das seine tochter spielen sollte, mit der er ein 
verhältnis hatte - die hatte meist die junge frauenrolle
Kai Festersen: pernelle ist ungewöhnlich, so eine figur hat er sonst kaum mal, 
soweit ich erinnere
Kai Festersen: cleante ist klar, das ist der ältere, den hat er immer
Kai Festersen: dann eben eigentlich zwei junge paare, wovon hier eben eine fehlt
Kai Festersen: dienstmädchen
Kai Festersen: und er
Kai Festersen: tartuffe muss auch einer gespielt haben, der sonst nur so chargen 
hatte, also dr. diaforius und so kram
Kai Festersen: pernelle wahrscheinlich mit einem mann besetzt, kann eigentlich 
nicht anders sein
Kai Festersen: frauen gibt es vier bei ihm, meist
Kai Festersen: madeleine bejart und seine tochter die beiden liebhaberinnen 
und eine grossschnauze
Kai Festersen: drei
Beate Zoff: das habe ich schon gelesen, dass pernelle bei Moliere immer von 
einem Mann gespielt wurde.
Kai Festersen: ah, siehste!
Kai Festersen: ich finde auch echt verblüffend, wie der in diesem ja dann doch 
eher literarischen tartuffe immer so komische elemente aus dem volkstheater einbaut
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